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Paper Aeroplanes: Britische Papierflieger im Anflug

Worum geht’s? Musik, Pop, Pop-Band

Mit einem Sound zwischen klein und groß, fragil und handfest, hell und dunkel präsentieren sich die zwei Briten hinter Paper Aeroplanes auf ihrem vielseitig klingenden Pop-Album „Little Letters“.

 

Das Album ist berührend zusammengestellt und darf durchaus bewusst genossen werden. Aber auch als Soundtrack für das alltägliche Geschehen bereitet „Little Letters“ Freude. Ich habe die elf Tracks des Albums in meinen aktuellen Mix an Wohlfühlmusik integriert, und wenn einer der Songs zu spielen beginnt, horche ich auf: die Paper Aeroplanes schaffen es, eine Brücke zwischen Mainstream und einer emotionalen Tiefgründigkeit zu erschaffen. Die Songs der beiden strahlen einen freundlich belebenden, lockeren Charme aus. Entspannend, inspirierend, befreiend.

Das Duo, erweitert auch als alternative Pop-Band unterwegs, hat sich 2009 nach mehreren Jahren des gemeinsamen Musizierens gegründet. Nach unzähligen Tourneen ist die Band inzwischen auch in Deutschland bekannt geworden. 

Das Album „Little Letters“ ist, wenn man von den vier EPs absieht, die dritte Veröffentlichung der Paper Aeroplanes. Die Band hat keine Eile, keinen Druck. Die Songs und der Sound dürfen sich auf „Little Letters“ frei entfalten. Charmant flattern die Lieder von deinem Ohr in dein Herz.

Gleich der erste Track „When The Windows Shook“ begrüßt den Zuhörer mit lebhaftem Sound. Im Gegensatz zur dunklen, kantigen E-Gitarre schwebt die hauchig-entspannte Stimme der Sängerin Sarah Howells wie ein zarter Papierflieger über die belebt vorwärts strebende instrumentale Landschaft.

Die markante Stimme der Sängerin präsentiert sich auch auf den anderen Tracks mit leicht wiedererkennbaren, sanften Linien. Sarah Howell spielt gern mit ihren stimmlichen Registern und schnipst sich immer mal wieder spielerisch von dunklen in ihre hellen Lagen. Im zweiten Song des Albums, „Red Rover“, mischt sich der sehr weiche Stimmklang wunderbar in das Fingerpicking der Gitarre. Was intim im Duo zwischen den beiden anfängt, darf bald mit der gesamten Band und zart geführtem Hintergrundchor aufblühen. Auch der dritte Track „Singing to Elvis“ führt dieses Konzept fort.

Die Musik der Paper Aeroplanes zeichnet sich auch durch Liedtexte aus, die jedem Song eine eigene, persönlich formulierte Geschichte widmen und beim Erzählen durchaus in die Tiefe gehen. Es ist erstaunlich, wie viele Details beim entspannten Zuhören hängenbleiben, Formulierungen, die man so nicht erwartet, die man, wenn der Song schon verklungen ist, immer noch im Hinterkopf behält. Die Liedtexte mischen sich in den Fluss der Instrumente und entfalten sich in den Liedern sowohl von der Musik als auch von der Songstory her.

Die Lieder „Little Letters“ und „Multiple Love“ sind dafür zwei gute Beispiele. Nicht nur blühen die Instrumente und somit der Sound der Songs auf, auch entwickelt sich der Gesang von einem zarten, vorsichtigen Statement zu einem Schwall an Emotionen.

Die Passagen, die im zarten Duoklang eingespielt worden sind, gefallen mir am besten und machen für mich den Charme der Formation aus. Was ich darüber hinaus spannend finde, ist, wie die Paper Aeroplanes diese mit Stimme und Gitarren entwickelte Intimität in einen geschmackvollen Bandsound münden lassen. Die Songs bleiben nicht klein, aber an keiner Stelle tragen die Paper Aeroplanes zu dick auf. Die Musik geht ins Ohr, ins Herz und manchmal in die Beine. Eine echt gute Mischung. Hört mal rein!

Mehr über die Paper Aeroplanes.

Text: Marion N. Fiedler

Foto: PR

 

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