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Elle King: Neues Album „Love Stuff“

Elle King aus Ohio ist ein Energiebündel. Die zwölf Songs auf ihrem Album „Love Stuff“ will man immer wieder hören. Glitzerrockcharme trifft auf Reibeisenstimme.

Wenn Elle King lossingt, hört man zu. Nicht nur weil sie Smoky Lines raushaut. Auch weil ihre Reibeisenstimme, die gepaart mit einer niedlich-charmanten Phrasierung unwiderstehlich anders klingt, eine Geschichte für sich erzählt. Und sicherlich nicht zuletzt, weil Elle King das hat, was man Attitude nennt: Diese junge Dame aus Ohio versucht nichts. Sie ist, und sie steht über den Dingen. In einem Song röhrt sie davon, dass sie keinem was beweisen muss, sie sei ja nicht Amerikas Liebling. Elle ist sie selbst, und wem das nicht passt, der soll sich verziehen. Im anderen Song zählt sie in frecher Alltagspoesie ihre Männergeschichten auf. Und von denen hat sie viele. Denn sie lässt ihre Boys, glaubt man den Songs, gern mal im Regen stehen. „Die Zeiten ändern sich halt“ tönt es nach der Aufzählung da beschwichtigend, bevor es mit einem „1,2,3, sie kommen alle zu mir zurückgerannt, denn ich war das beste Baby für sie, was sie niemals behalten durften“ in den Refrain rattert. „Ex’s & Oh’s“ ist eines der Ohrwürmer vom neuen Album „Love Stuff“.

So wie Elle King mit ihrem kantigen Charme live die Zuhörer verzaubert, bekommt man auch von der Platte nicht genug. Wer ihre durchdringende, natürliche Bühnenpräsenz und unbändige Energie kennt, spürt diese auch in den zwölf cool produzierten Songs der neuen Veröffentlichung. Es schwebt ein Charme in der Musik, es rockt ordentlich, einige Grooves will man wieder und wieder hören. Und trotz blondiertem Glitzerrockercharm hört man immer mal wieder die Bluegrass-Einflüsse aus der amerikanischen Heimat der 25-Jährigen raus. Beziehungsweise eine Dunkelheit, die sich in den Songs sowohl musikalisch wie auch von den Liedtexten her bemerkbar macht: Gleich im ersten Song erschafft sie eine Auseinandersetzung zwischen Luzifer, seinen Dämonen, Gott und einem Priester. Sorgen die in einem Feuersee versenkt werden, der Priester holt sich die Dämonen ... um sie wenige Momente später wieder zurückzugeben. Ihre mystischen, merkwürdigen Bilder kommen immer wieder hoch. Sie erinnern auf fast absurde Weise an Folksongs, amerikanische Kirchenhymnen, und werden von Elle King mit nicht weniger Inbrunst gesungen.

Die instrumentale Mischung, die Grooves, die gut austarierten Klangfarben und das genial eingesetzte Banjo ziehen einen regelrecht in die Welt von einer rätselhaften Elle King, die sich einem selbst auf den zweiten Blick noch nicht komplett erschließt. Und dann noch diese naseweisen und frei von der Leber geschriebenen Liedtexte. Elle King weiß, was sie will. Wir wissen, dass wir mehr davon wollen.

Hier geht es zur Homepage von Elle King.

 

Text: Marion N. Fiedler

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