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Ein Job auf 800 Regalmetern Theatergeschichte

Sophia Zeil hat ihren Traumjob im Theaterarchiv gefunden
Sophia Zeil hat ihren Traumjob im Theaterarchiv gefunden

Worum geht’s? TU Dresden, Staatsschauspiel Dresden, Germanistik, FU Berlin

Keine Angst vor der Zukunft. Die meisten Uni-Absolventen finden spannende Jobs, an die sie vorher selbst nie gedacht hätten. Eine von ihnen ist Sophia Zeil.

Nicht weit von der Semperoper entfernt werden im Historischen Archiv der Sächsischen Staatstheater wahre Schätze gelagert. Nicht etwa in einem Kellergewölbe, sondern in einer Rollregalanlage und feuerfesten Aktenschränken werden alte wie neue Plakate, Programmhefte, Videomitschnitte oder auch Fotos zu Werken aus der Semperoper und dem Schauspielhaus gesammelt. Die 30-jährige Sophia ist dort als eine der drei hauptberuflichen Mitarbeiterinnen angestellt. Studiert hat sie von 2007 bis 2011 an der TU in Dresden.

Hier hat sie ihren Bachelor in Germanistik und Hispanistik gemacht. „Schon damals war mir klar, dass ich etwas Praktisches nach meinem Studium machen will.“ Ihr letztes Semester verbrachte sie daher mit Praktika in Verlagen und einem Buchhandel. „Bei den Verlagen durfte ich alles mal ausprobieren. Ich konnte Einblicke von der Herstellung über die Werbung bis hin zur Rechnung und dem Lektorat gewinnen.“

Nach ihrem Bachelor zog es Sophia nach Berlin, wo sie an der Freien Universität Editionswissenschaften studierte. In dieser Spezialisierung ging sie komplett auf, denn noch heute kann sie nebenher freiberuflich mit Wissenschaftlern zusammenarbeiten. Konzentrieren möchte sie sich derzeit aber mehr auf die Arbeit im Archiv. „Es macht einfach super viel Spaß. Jeder Tag ist anders“, sagt Sophia.

Andauernd treffe sie auf neue Schätze, obwohl sie eigentlich nur drei Hauptaufgaben hat. Für die Öffentlichkeitsarbeit sowie die Nutzerbetreuung ist Sophia mitverantwortlich. „Manchmal kommen zum Beispiel Leute, um etwas über die Opernkarriere ihrer Großmutter rauszufinden.“ Auch 50 Prozent der 800 laufenden Meter Archivalien müssen erschlossen werden. Zu dem alten kommt nämlich immer neues Material hinzu.

Um alles zu erfassen, müssen Findlisten auch für jene Sammlungen vor 1945 erstellt werden. „Durch den Krieg wurde viel zerstört, weshalb das Archiv dankbar für jede Schenkung ist.“ So verstecken sich in Schieberegalen im Hauptmagazin sogar Theaterzettel aus dem Jahr 1817. Auf mehrere Millionen Euro schätzt sie den Bestand. Hätte sie noch mal die Wahl, würde Sophia wieder genau dasselbe studieren. Das hat sie schließlich in diese Schatzkammer gebracht.

Text und Foto: Lotta-Clara Löwener

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