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„Ein Copy-Shop ist wie ein Schubgeschäft“

Worum geht’s? Campus, Copy-Shop, Drucken, Abschlussarbeit

Wer sind die Menschen rund um den Campus, die wir regelmäßig sehen, aber von denen wir doch nichts wissen? CAZ stellt einige von ihnen vor. Heute Michael Nowak vom Copy-Shop am Zelleschen Weg.

 

Michael Nowak hat immer etwas zu tun. Er ist seit 1995 der Geschäftsführer von EMF Bürotechnik GmbH, besser bekannt als der Copy-Shop am Zellscher Weg, nur ein paar hundert Meter von der SLUB entfernt.

Er nimmt sich Zeit für mich und wir setzen uns in sein Büro, das gleich hinten im Laden ist. An der „Front“, bei den überforderten Studenten an den Druckern und Kopierern, hilft er trotzdem täglich aus, erzählt er.

Ob die Studenten immer die gleichen Fehler bei der Druckerbedingung machen? Michael Nowak überlegt kurz und sagt, dass es sehr unterschiedliche Denkweisen gibt: „Manche brauchen eben den komplizierten Weg und suchen von Vorneherein den falschen Drucker aus.“ Aber generell würden weniger Fehler passieren. „Die Stammkunden sind dann irgendwann fit und kennen sich aus“, fasst er aus seiner jahrelangen Erfahrung zusammen.

Die ganz großen Dramen rund um Abschlussarbeiten, die man in einem Copy-Shop vielleicht erwarten könnte, hat er bisher abwenden können. „Man sieht dann den Studenten, der seit drei Tagen keine Nacht mehr durchgeschlafen hat und dann früh um 8 Uhr zum Drucken und Binden kommt. Logisch, dass sie dann ein dünnes Nervenkostüm haben, aber dann muss man eben beruhigend einwirken.“ Michaek Nowak meint schmunzelnd, dass er für die Druckqualität garantieren könne, aber für den Inhalt natürlich nicht.

Auf die Frage, was denn der private Michael Nowak macht, muss er kurz überlegen: „Naja, der Laden hat von 8 bis 18 Uhr auf, da bleibt nicht mehr so viel Zeit für Freizeit. Mein Beruf ist quasi mein Hobby.“

Der inzwischen 60-Jährige ist gelernter Fotograf. Wie er dann zu einem Copyshopbesitzer geworden ist? Er lächelt und antwortet mit einem Wort: „Wendezeiten“. Gefolgt von einem: „Es hat sich eben so ergeben.“ Fotografieren tut er nicht mehr, zumindest wäre es nicht der Rede wert, behauptet Micheal Nowak.

Ich erfahre, dass dieser Laden eigentlich nur ein Drittel seines Umsatz mit dem reinen Kopier-und Druckservice macht. Das wäre auch die Besonderheit von EMF, erklärt er mir. „Wir sind schon immer speziell Uni gewesen, aber wir haben auch ein großes Bürovollsortiment.“ Das heißt, angeboten werden unter anderem auch Büromöbel und -technik sowie Kopier-und Drucksysteme. Das hat auch seinen Grund, denn das Kopiergeschäft sei wie ein Schubgeschäft, lasse ich mir erklären. „Besonders am Semesteranfang haben wir ganz viel zu tun und das ebbt dann langsam übers Semester wieder ab. Am Ende des Semesters und in der vorlesungsfreien Zeit ist dann fast nichts mehr los.“

Text und Foto: Nerea Eschle

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