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Alina Walenta: Studentin, Künstlerin und Mama

Alina Walenta Musikhochschule Dresden
Alina Walenta arbeitet gerade an ihrem ersten Album.

Worum geht’s? Musikhochschule Dresden, Salzburg, Mozarteum, Jazz, Studentenclub Bärenzwinger

Wie kriegt man ein Studium, die Leidenschaft für Musik und ein Kind auf die Reihe? CAZ-Musikredakteurin Marion Fiedler hat Alina Walenta getroffen und nachgefragt.

Seit einem Jahr wohnt eine charmante junge Österreicherin in Dresden – Alina Walenta, die in Salzburg am Mozarteum Lehramt mit Hauptfach Gesang studierte, genießt jetzt ihre Zeit hier in Sachsen. Obwohl die Universität im Mozarteum sehr groß ist, war der Fachbereich für werdende Lehrer leider sehr klein. „Daher war der Wechsel nach Dresden für mich so erfrischend, denn hier ist nicht nur die Fakultät größer. Ich habe auch mehr Kommilitonen und eine größere Kursvielfalt.“

Tolle Menschen getroffen

Das war aber nicht der einzige Grund für die alleinerziehende Mutter, der sie in die sächsische Hauptstadt zog. In Österreich ist das Leben für jüngere Familien in vielen Fällen schwerer zu organisieren als hier in Deutschland. „Ich wollte auch aus familiären Gründen nach Dresden kommen. Die Mieten in Salzburg waren einfach zu hoch, und entsprechend schwierig war es für mich, ein Familienleben zu organisieren. In Österreich, denke ich, hätte ich das Studium aufgeben müssen, weil die Lebenshaltungskosten und die Gebühren für den Kindergarten sehr teuer, die Sozialgelder aber geringer sind.“

Es war für Alina nicht einfach, diesen Schritt zu wagen. „Am Anfang war es für mich schon schwer. Es erschien mir als ein großer Umbruch, von Salzburg wegzugehen. Aber ich hatte das Glück, in Dresden gleich auf tolle Menschen zu treffen, die mich inspirieren und mit denen ich viel Musik machen kann.“ Seit April arbeitet Alina mit dem Diplom-Gitarristen Stephan Pankow, einem Absolventen der Hochschule für Musik in Dresden, zusammen. „Es ist wunderbar, mit ihm zu musizieren. Er ist ein unglaublich begabter Gitarrist, und er bringt mich mit meinem Songwriting sehr gut voran, weil er meine Stücke, die ich mit in die Probe bringe, produktiv zu hinterfragen weiß.“

Komponieren für Sohn Vincent

Alinas Sohn Vincent findet es übrigens cool, dass seine Mama Musik studiert. Die Liebe zur Musik hat sich auch schnell auf ihn übertragen: „Es ist zum abendlichen Ritual geworden, dass er ein kleines Klavierstück, gern auch Jazz hört“, erklärt die Mama. „Vincent ist total witzig drauf, die Musik ist ihm sehr wichtig.“ Am liebsten diskutieren die beiden über die Stücke, die Alina geschrieben hat: „Er behauptet immer, dass das Stück, das ich ihm geschrieben habe, sein Lieblingslied sei, weil es eben ihm gewidmet ist. Aber ich glaube, dass er meinen ersten in Dresden geschriebenen Jazzsong ‚Hairy Man‘ viel mehr mag. Er singt ihn ständig und recht perfekt, geht zu dem Lied auch immer total ab.“ Und sie ergänzt. „Ich glaube, dass es ihm viel bedeutet, dass ich die Musik mit ihm teile und auch für ihn komponiere. Wenn ich einen neuen Song schreibe, fragt er dann auch immer gleich, ob ich das Lied für ihn geschrieben habe, oder er setzt sich dann selbst hin und klimpert auf dem Klavier ein paar Töne zusammen, die er mir dann stolz als ein für mich gewidmetes Stück präsentiert.“

Auf die Frage, wie Alina die Erziehung ihres Kindes und das Studium meistert, antwortet sie rasch und bestimmt: „Das ist anstrengend, klar, aber eigentlich alles nur eine Organisationsfrage.“ Alina und Vincent sind inzwischen ein eingespieltes Team, und ihr Sohn bleibt mittlerweile auch mal ohne Traurigsein bei Freunden, damit Frau Mama auftreten oder sogar auf Tournee gehen kann. „Ich spüre, dass er versteht, wie wichtig die Musik für mich ist. Ich weiß aber aus tiefstem Herzen, dass er meine Nummer eins ist, und das beruhigt mich auch enorm. Es fühlt sich unglaublich erfüllend für mich an.“

Arbeit am ersten Album

Aktuell arbeitet Alina Walenta mit dem Saxophonisten und Flötisten Markus Pötschke an einem ersten Album, welches auf einer Tournee in Großbritannien und an der Ostseeküste entstanden ist und auch mit einer kleinen Konzertreise veröffentlicht wird. Die Lieblingslieder von Vincent werden auch auf der Platte erscheinen. Wer bis zum Release im Winter nicht warten will, kann die Sängerin im Konzert oder über ihre Social-Media-Präsentation schon singen hören.

Ihre nächsten Konzerte gibt sie am 5. Oktober im TiR Na NóG, Bischofsweg 34, und am 17. Oktober im Studentenclub Bärenzwinger.

Text und Foto: Marion N. Fiedler

Jetzt seid ihr dran: Kennt ihr Menschen, welche die CAZ unbedingt vorstellen sollte? Gibt es jemanden am Campus, über den es sich lohnt zu berichten? Schreibt an redaktion@caz-lesen.de

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