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Ab jetzt immer flüssig: Wie spare ich richtig?

Worum geht's? Geld, Sparen, Schulden, Haushaltsplan, Tagesgeldkonto

Das Leben soll Spaß machen und ist teuer genug. Wie ihr Geld zurücklegt und trotzdem noch genug für Klamotten, Kaffee to go und Kneipenbesuche übrig habt.

Oma hatte ihren Sparstrumpf unterm Kopfkissen. Zinsen hat sie dafür natürlich keine bekommen. Aber auch wenn wir unser Geld auf ein Sparkonto geben, sieht es mit Zinsen heutzutage ganz schön mau aus. Lohnt es sich also überhaupt noch, die Kohle für später zurückzulegen? Vor allem für Studenten, die ja sowieso meist eher knapp bei Kasse sind? Durchaus. Man muss nur einige Dinge wissen.

Die Dresdner Stephan Busch und Tom Wonneberger klären mit ihrem Unternehmen „Progress made in Dresden“ unter anderem über Finanzen, Versicherungen und Geld auf. Dabei entlarven sie auch Mythen der Finanzindustrie und bringen ein paar unbequeme Wahrheiten auf den Tisch, denn als Bachelor of Science Finanzwirtschaft kennen sie die Branche bestens – auch ihre Schattenseiten. Was also sagen sie zum Dauerbrenner-Thema Sparen?

 

Die beiden Themen „Sparen“ und „Verschuldung“ werden in der aktuellen Medienberichterstattung oft getrennt voneinander aufgegriffen. Dafür gibt es sicher viele Gründe. „Sparen“ wird unter anderem aufgrund des aktuell niedrigen Zinsniveaus als weniger interessant dargestellt und zugleich werden „günstige“ Finanzierungsangebote für den Kauf zahlreicher (Konsum-)Produkte propagiert. Welche Auswirkung hat das auf den Einzelnen?

Genau mit dieser Frage wollen wir uns beschäftigen und werden sehen, dass „Schulden haben bzw. machen“ und gleichzeitiges Sparen, sofern möglich, ökonomisch nicht immer sinnvoll sind. Um das richtige Verhältnis von Schulden und Ersparnissen zu finden, genügen ein gesunder Menschenverstand sowie die Beachtung folgender Fragen und Finanzierungsgrundsätze:

Frage 1: Wofür gebe ich mein Geld aus?

Um die eigene finanzielle Situation bestimmen zu können, ist zwingend eine Bestandsaufnahme notwendig. Dazu gehören vor allem Ehrlichkeit zu sich selbst und ein ordentlich geführter Haushaltsplan! Das klingt für euch nach Küche putzen und Müll runterbringen? Ihr habt überhaupt keine Vorstellung, was sich in Sachen Geld dahinter verbirgt? Die Jungs von Progress können euch dabei helfen.

Frage 2: Was tun, wenn die Ausgaben größer als die Einnahmen sind?

Auch wenn sogar für Studenten immer mal wieder günstige Kleinkredite locken: auf keinen Fall weitere Kredite aufnehmen, um finanzielle Engpässe zu überbrücken. Und dann wie folgt weitermachen: Ist der Haushaltsplan vollständig, in einzelne Ausgabenbereiche sowie zeitlich untergliedert, lassen sich Einsparpotenziale meist mit wenig Aufwand finden.

Erkannte und mögliche Einsparpotenziale solltet ihr nutzen (z. B. Auto – mit dem Semesterticket seid ihr während des Studiums gut unterwegs, ungenutzte Abos, ungenutztes Fitness-Studio-Abo, kostspielige Unterhaltungselektronik, Handytarife u.a.) Einsparpotenziale ergeben sich auch aus der Rückzahlung bestehender Kredite/Schulden.

Grundsatz 1: Die Rückzahlung von Krediten ist die sicherste Kapitalanlage.

Die Rückzahlung bestehender Schulden ist so rentabel und sicher wie keine vergleichbare Geldanlage. Je schneller die vollständige Rückzahlung des Kreditbetrages erfolgt, desto geringer sind auch die Zinsausgaben.

Tipp: Die vorzeitige Rückzahlung des BAföG kann unter gewissen Umständen 14 Prozent Rendite im Jahr bringen!

Grundsatz 2: Es gibt keine Null-Prozent-Finanzierung.

Null-Prozent-Finanzierungen bringen meist keine Einsparungen. Zinsen und Gebühren werden geschickt im Kaufpreis bzw. in Sonderaktionen verpackt, denn schließlich hat keiner etwas zu verschenken!

In diesem Fall zahlen sich kritisches Hinterfragen des Angebotes und ein simpler Preisvergleich im Internet aus. Des Weiteren solltet ihr wissen, dass die genannten Finanzierungen nicht von den bekannten Handelsketten gewährt werden, sondern diese sich wiederum Banken bedienen. Da keine Bank einen Kredit ohne die Prüfung der Zahlungsfähigkeit des Kreditnehmers vergibt, räumt ihr den Banken mit Unterzeichnung des Finanzierungsvertrages zahlreiche Informationsrechte hinsichtlich eurer finanziellen Verhältnisse ein.

Zu guter Letzt bietet der nette Verkäufer noch eine Restschuldversicherung an, falls ihr die Raten zukünftig nicht mehr zahlen könnt. Klingt erst mal gut – doch schwuppdiwupp, schon sind die Kosten der Finanzierung nicht mehr bei „Null- Prozent“. Besonders „witzig“ war mal eine Weihnachtsfinanzierung über 24 Monate. Ich bin doch nicht blöd!

Frage 3: Welche Sparformen oder Geldanlagen kann ich sinnvoll nutzen?

Dabei ist Folgendes wichtig: Nutzt nur Sparformen/Anlageprodukte, die ihr versteht und die euren Sparzielen entsprechen. Da es unzählige Bankprodukte gibt, die ihr zum Sparen nutzen könnt, an dieser Stelle ein paar grundsätzliche Empfehlungen für eure Ersparnisse.

1. Für das monatliche Ansparen eurer Überschüsse eignet sich ein Dauerauftrag. Einmal eingerichtet, geht jeden Monat eine beliebige Summe automatisch auf ein separates Konto (z.B. Tagesgeldkonto). Besonders praktisch ist dieses Vor­gehen für das kurzfristige Sparen auf Anschaffungen, wie Smartphones, Fernseher, Einrichtungsgegenstände oder geplante Reisen. Eure Ersparnisse sollten also möglichst kurzfristig (täglich) verfügbar sein.

2. Dabei ist zu beachten, dass der angesparte Betrag meist erst nach einer bestimmten Zeit zur Verfügung steht. Die nächste Herausforderung ist nun die hohe Kante. Mit ein bisschen Disziplin, gesundem Menschenverstand und ein wenig kritischem Denken kann jeder seine finanzielle Situation ohne fremde Hilfe positiv beeinflussen, auch als Student. Es lässt sich beruhigter leben und keiner muss eine unangenehme Schuldenberatung in Anspruch nehmen. So sollte es ein Leichtes sein, auch im Bekannten- und Freundeskreis über das Thema „Geld“ mit Bedacht und Selbstbewusstsein zu sprechen.

Beim Thema Geld helfen die Jungs von Progress Made in Dresden gerne weiter.

Text: Tom Wonneberger/Stephan Busch
Karikatur: Kumo

 

Jetzt seid ihr dran: Worüber sollen wir beim Thema Geld berichten? Oder habt ihr Probleme mit dubiosen Finanzberatern? CAZ geht dem nach (und ihr bleibt anonym). Schreibt an redaktion@caz-lesen.de

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